Didaktische Einordnung klingt unfassbar professionell für einen didaktischen Laien wie mich. Aber ich schreibe solche Texte ja nicht nur für mich, sondern auch für Lehrkräfte, und die sollen einordnen können, was sie vor sich haben.
Das ist eines der Themen, bei dem ich mit KI viel Zeit spare. Das Zuordnen von Themenkomplexen geht mit dem Elektronengehirn viel schneller.
Schritt 1 - Recherche zum aktuellen Wissensstand über die Art
Bevor ich Unterrichtsmaterialien entwickle, steht für mich immer eine gründliche Recherche im Vordergrund. Ich arbeite mich intensiv in das jeweilige Thema ein. Bei den Schulzootieren sind das biologische, ökologische und entwicklungsbezogene Zusammenhänge, sowie Informationen zur Terrarienhaltung und Fütterung. Ich sammle dabei zunächst alle fachlichen Informationen und Quellen. Grundlage sind die Terrarienbücher, die ich zu meinen Tieren habe, und meine Terrarienzeitschriften. Dann ergänze ich die aktuelle Systematik und die speziellen Eigenschaften und Fähigkeiten der Tiere aus wissenschaftlichen Artikeln (z. B. von researchgate.net) über Ökologie, spezielle Nahrung, Mimikry, Giftwirkung…
In dieser Phase entstehen bereits viele Grafiken, Verbreitungskarten und Tabellen, die ich später für das Arbeitsmaterial benötige.

Anthropogene Einflüsse auf den Axoltl

Terrarium für Hakennasennattern
Die Ergebnisse der Recherche füge ich zu einem strukturierten Informationstext zusammen. Der kann je nach Ergiebigkeit eines Themas kurz ausfallen oder länger sein. Der Informationstext über die Westliche Hakennasennatter ist z. B. 10 Seiten lang (plus einem zweiten Text zur Toxizität und den Verwandtschaftsverhältnissen von „Trugnattern“), der über die Kornnatter hat 12 Seiten und der zu den Milchschlangen umfasst 22 Seiten.
Diese Recherche und die Informationstexte helfen mir, die wesentlichen Themen klar herauszuarbeiten. Später werden die Texte als Bestandteil der Lehrerinformation in den Unterrichtsmaterialien zu finden sein.
Hauptsächlich dient dieser Text als fachliche Grundlage für den nächsten Schritt: nämlich die didaktische Einordnung.
Schritt 2 – Bewertung der Art in Bezug auf den Lehrplan
Ich möchte, dass meine Arbeitsmaterialien helfen, Schulzootiere sinnvoll in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Das setzt voraus, dass sie sich an diesem bzw. dem Lehrplan orientieren.
Ich gleiche darum den Kernlehrplan Biologie der Sekundarstufen I und II des Landes Nordrhein-Westfalen mit den Themen ab, die meine Schulzootiere abdecken.
Auf diese Weise entsteht eine didaktische Bewertung, die für mich der entscheidende Leitfaden ist: Sie bestimmt, welche Inhalte ich auswähle und in welcher Form ich sie aufbereite.
Zum Beispiel behandelt man in der 5./6. Klasse Vielfalt und Angepasstheit – Körperbau, Tarnung und Fortbewegung im Zusammenhang mit Struktur und Funktion. Die ökologische Nische ist erst in den Klassen 7 und 8 dran und in den Klassen 9 und 10 spielt Mimikry als evolutionsbiologisches Prinzip eine Rolle. Evolution, Systematik und Genetik werden erst in der Oberstufe unterrichtet.
Die didaktische Einordnung bricht mir meinen Informationsbatzen in die Stücke auf, die für die Klassenstufen passend sind.
Schritt 3 – Passende Aufgabenstellungen zu den Themen
Nun müssen die Themen in passender Sprache in angemessene Aufgaben für die Klassenstufen umgewandelt werden. Dabei muss ich die Operatoren für die verschiedenen Kompetenzniveaus berücksichtigen. Das ist zum Glück weniger kompliziert, als es klingt.
Schritt 4 - Form und Layout
Die meiste Zeit nehmen tatsächlich das Finden der richtigen Form und das Bestimmen des Layouts in Anspruch. Je nach Klasse oder Leistungsstufe müssen Textmenge, Sprache (vereinfacht, normal, Fachsprache) und Schriftgrößen angepasst werden. Und diese Modifikationen bestimmen, wie viel Platz für Grafiken bleibt.
Wenn ich zum Beispiel für eine Aufgabe Bilder zu Texten zuordnen will, müssen diese Elemente zusammen auf ein Blatt passen. Will ich sie mit Linie verbinden lassen, geht das nur bei kurzen Zeilen (kleiner Schrift und wenig Text). Habe ich mehr Text, muss die Zuordnung über Codes (Buchstaben oder Zahlen) erfolgen. Je kleiner die Bilder sind, desto weniger Details dürfen sie haben. Alles muss im Schwarz-Weiß-Druck erkennbar sein. Und natürlich arbeite ich in Serie und alles soll das gleiche Schema haben – zumindest innerhalb einer Klassenstufe.
Und hier wird es kompliziert: Damit das klappt, arbeite ich parallel an allen Tieren und allen Klassenstufen gleichzeitig. Das ist wenig befriedigend, weil ich bereits viel Material habe, das Finish aber noch Monate dauern wird. Zumindest sind aber die Informationstexte und die didaktischen Einordnungen für alle Reptilien fertig. Einige davon sind bereits bei eduki als Freebies online.



